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Es ist da. Es ist ein Mac. |
| Der große Tag. Heute soll also mein bestelltes MacBook Pro (der zweiten Generation) endlich bei mir eintreffen. Das schließe ich zumindest aus dem mehrdeutigen Versandprotokoll, welches dank der Wunder moderner Logistik schon jetzt im Internet abrufbar ist. Und Apple legt Wert auf direkten Kundenkontakt: Schon bei der Bestellung hat man mir gesagt, dass die Ware nur an mich persönlich ausgehändigt wird. Die meisten Apple-Kunden scheinen arbeitslos oder pensioniert zu sein – wie sonst kann man täglich zwischen 10 und 16 Uhr zu Hause hocken, um auf ein Paket zu warten? Leider bin ich nicht arbeitslos und muss daher auf die Vernunft des Spediteurs hoffen. Er wird es ja sicher in irgendeiner Filiale in der Nähe zur Abholung hinterlegen. Während ich im Seminarraum dem Dozenten lausche, machen mich meine netten Kollegen noch auf den TNT-Zusteller aufmerksam, der gerade mit meinem Notebook im Gepäck an unserem Gebäude vorbefährt. Nach kurzem Innehalten verdränge ich meinen Ärger und wende mich wieder der Arbeit zu. Ich kann den freudig erwarteten Design-Computer ja dann sicher bald irgendwo abholen. Zuhause angekommen bemerke ich einen kleinen Zettel im Briefkasten: Ein erfolgloser Zustellversuch. Naja, das hatte ich ja erwartet. Und wo kann ich das Ding jetzt abholen? Nach telefonischer Rückfrage wird klar: Gar nicht. Ich muss einen neuen Zustelltermin vereinbaren, der günstigerweise wieder Werktags zwischen 10 und 16 Uhr liegen muss. Der von Apple auserkorene Speditionsbetrieb „TNT“ ist weder zu einer späteren Zustellung noch zu einer direkten Warenausgabe am Verteilerzentrum bereit. Wahrscheinlich wäre das zu kundenfreundlich – und man will die Freundschaft ja nicht gleich übertreiben. Drei Tage und zwei Zustellversuche später halte ich mein MacBook Pro endlich in der Hand. Und es ist schön! Bei diesem Anblick kann ich ihm die lange Reise vielleicht nochmal verzeihen. |
| 8. November 2006 |
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Alzheimers Geburtstag |
| Morgens halb zehn in Deutschland. Mein Telefon klingelt. Ich gehe ran. „Hallo?“ – „Hey, hier is Kev. Haste heut Abend scho' was vor? Ich wollt' dich zu meiner Geburtstagsfeier einladen!“ – „Oh, äh, ja, wie, du hast heute Geburtstag?“ – „Nein, ich hatte schon vor zwei Tagen.“ – „Unmöglich, da hätte mich mein Kalender doch erinnert.“ – „Wart' mal kurz... Also in meinem Ausweis steht was von vorgestern. Meine Eltern haben mir auch vorgestern gratuliert...“ Misstrauisch schaue ich auf seine Visitenkarte im Adressbuch meines Macs. Tatsache, der eingetragene Geburtstag war vorgestern. Aber wieso steht das nicht im Kalender? Falsche Frage: Es steht im Kalender. Aber wieso erinnert mich iCal nicht an diesen Geburtstag? Eine kurze Recherche ergibt: Eine solche Funktion ist in iCal ganz einfach nicht vorgesehen. iCal bietet dutzende Funktionen, um Termine und Aufgaben auf bis zu 265 verschiedene Kalender mit mindestens genau so vielen verschiedenen Farben aufzuteilen, man kann den Tag auf die Minute genau planen und sich an das Händewaschen vor dem Essen als „zu erledigende Aufgabe“ erinnern lassen – aber dieses Wunder moderner Programmierkunst verweigert eine jede Geburtstagserinnerung. Dreisterweise zeigt es die Jubiläen beim Blick in den Kalender dennoch an; lediglich der feste Schreibschutz versperrt meinen Weg zur Glückseligkeit. In einigen Foren finde ich die Berichte von Leidensgenossen, die mit Hilfe diverser Eigenbau-Software den Weg aus der Misere fanden. Es gibt mehrere Tools, welche die Geburtstage aus dem Kalender auslesen und automatisch als Alarm-Ereignisse im Kalender ablegen. Wirklich komfortabel ist allerdings keines: Nach jeder Datenänderung im Adressbuch muss man einen neuen Durchlauf starten. Wieso diese Funktion von Hause aus fehlt, bleibt wohl Steve Jobs Geheimnis. Offenbar hat er keine Freundschaften, die länger als ein Jahr halten – oder er geht davon aus, dass man als Apple-Nutzer bald keine Freunde mehr hat; denn dann erübrigt sich dieses Problem ja von allein... |
| 24. Februar 2007 |
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Sag ich nich! |
| Der Datentausch in der digitalen Welt macht Spaß. Auf einem USB-Stick finden mittlerweile mehr Daten Platz, als die Stasi selbst in 100 Jahren nie hätte sammeln können. Ein Freund möchte, dass ich ihm einige Projektdateien auf seinen Stick kopiere. Das ganze Projekt passt mit mehr als 4 GB nicht auf den 2-GB-Stick, aber das ist ja kein Problem. Einfach Finder auf und die wichtigsten Dateien auswählen. Gesagt, getan. Nur noch schnell kontrollieren, wie groß die Dateien zusammen sind und los geht's. Klingt langweilig? Klingt wie eine Telenovela bei Sat.1? Nicht mit Apple. Denn so weit wie oben geschildert kam es bei mir gar nicht erst. Apple versteht es immer wieder, selbst die einfachsten Vorgänge durch geschickt gelegte Komfortlücken zu sabotieren. Das Problem: Man kann gar nicht kontrollieren, wie groß mehrere Dateien zusammen sind. Es gibt im Finder keine Funktion, die es erlaubt, den gesamten Speicherverbrauch der markierten Dateien zu ermitteln. Windows würde einem diese Auskunft direkt in der Statusleiste anzeigen. Spätestens nach dem Klick auf „Eigenschaften“ würde man auch alles andere Wissenswerte über die gewählte Dateigruppe erfahren. Die Statusleiste im Finder schweigt sich dagegen aus. Ich sehe lediglich, wie viele Dateien ausgewählt wurden. Ich versuche es mit einem Klick auf „Informationen“, dem Pendant zu den „Eigenschaften“ unter XP. Aber Mac OS X kommt nicht auf die Idee, mehrere Files zusammen zu fassen. Stattdessen stellt sich der Finder einfach dumm und öffnet für jede markierte Datei ein eigenes „Informationen“-Fenster. Bei über 130 markierten Dateien ist man schon allein mit dem Schließen der Fenster mehrere Minuten beschäftigt. Auch so kriegt man den Tag rum. Danke, Apple! |
| Mai 2007 |
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